LIFE Naturnahe Kalkmagerrasen (NATURA 2000-Code: 6210)

Den Lebensraumtyp Naturnahe Kalktrockenrasen kann man in zwei Gruppen einteilen. Die primären Trespen-Trockenrasen sind natürlich auf waldfreien Gebieten entstanden, während die sekundären Halbtrockenrasen durch Beweidung oder Mahd geschaffen wurden. Durch die unterschiedliche Bewirtschaftung unterscheiden sich die Halbtrockenrasen, die in der Rhön sehr häufig sind, in ihrer Artzusammensetzung.

Die Pflanzen die sich angesiedelt haben, wie etwa die gemeine Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) oder der deutsche Enzian (Gentianella germanica), sind an trockene, lichtreiche aber nährstoffarme Bedingungen angepasst. Diese Pflanzen sind typische Anzeichen einer beweideten Fläche. Auf gemähten Wiesen wachsen Pflanzen wie die Aufrechte Trespe (Bromus erectus) oder die Esparsette (Onobrychis viciifolia).
Desweitern sind beide Ausprägungen sehr wichtig für viele Orchideen, zum Beispiel die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) oder stattliches Knabenkraut (Orchis mascula).

Die Trespen-Trockenrasen findet man in der Rhön an steilen Hängen, wo sie sich vor allem nach der Rodung von Trockenwäldern ausgebreitet haben. (LIFE-Projekt Rhön 1997)
Von diesem Lebensraumtyp Naturnahe Kalktrockenrasen sollen durch das LIFE-Projekt 71 ha gesichert werden. Die Flächen sind in ihrer Struktur sehr vielfältig, denn die offenen Landschaften werden durch Bäume, Sträucher und Gesteine in ein Mosaik kleinerer Habitate verwandelt. Noch heute werden sie vielfach von Schafen gepflegt, andere sind jedoch nur von Großvieh beweidet, oder werden gemäht.

Durch diese Arten der Bewirtschaftung werden viele junge Gehölze nicht entfernt und breiten sich aus. Dies gefährdet den Lebensraum von Vögeln, wie dem Neuntöter oder dem Baumpieper, die auf einzelne, freistehende Hecken angewiesen sind. Die wachsenden Gehölze verdrängen außerdem die typischen Pflanzen des Halbtrockenrasen, die meist sehr licht- und wärmebedürftig sind. Mit Hilfe der Life-Förderung soll vor allem die Beweidung mit Ziegen als eine Hauptpflegemaßnahme dieser Flächen verstärkt werden.

Quellenverzeichnis:
LIFE-Projekt Rhön der EU (Hrsg.) (1997): Naturschätze der Rhön: Kalkmagerrasen. Kaltensundheim.

 

NSG Oberbernhardser Höhe - Foto: Jonas Thielen

Küchenschelle - Foto: Jürgen Holzhausen

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